Miguel Auf Reisen

 
06April
2014

An unexpected journey

Hallo, ich mal wieder!

Mein letzter Eintrag liegt nun bereits etwas zurück und je weiter er in die Ferne gerückt ist, desto weniger Lust hatte ich, einen neuen zu schreiben, da ich ja umso mehr erzählen muss. Schlussendlich habe ich mich nun doch durchgerungen, Euch zuliebe.

Also ganz von vorne.
Anfang März habe ich, wie angekündigt, mein erstes eigenes Auto gekauft, was mich schon ein wenig mit Stolz erfüllt hat. Einen Suzuki Swift Hatchback '92, den ich liebevoll Suzie getauft habe, was sich später noch als äußerst passend erweisen sollte, aber dazu später mehr.
Gleich packte mich das große Roadtrip Fieber und gemeinsam mit meinen Hostelmates Marvin und Moritz machten wir (als Triple-M bekannt und gefürchtet) uns auf den Weg nach Byron Bay, eine strändliche Partyhochburg der australischen Ostküste. Wir besichtigten den östlichsten Punkt ganz Australiens, besuchten den Ort, an dem Thomas Cook vor nicht einmal 300 Jahren als erster Nicht-Aboriginie australisches Land betrat und campten 50m von Strand entfernt, zusätzlich tourten wir nach Nimbin, welches aufgrund seiner hervorragenden Sandwiches wohl das bekannteste Dorf Australiens ist. Auf dem Weg dorthin sah ich mein erstes und lebendes Känguru, ein ergreifender Moment, den die nächsten 6597935795135 Kängurus, die ich sah, waren allesamt tot, dazu später mehr.

Zurück in Brisbane verbrachte ich meine wahrscheinlich schönste Zeit dort. Entgegen meines ursprünglichen Plans blieb ich noch ca. zwei weitere Wochen, gemeinsam mit den anderen. Pauschal einfach mal danke für eine Wahnsinnszeit an Marvin, Moritz, Adrian, Batman Anna-Lenna, Jesse, Amelia, Andrea, Mabel und Wuppertal Mate Meggi.

Nach dreitägiger Power Suche (ich verbrachte Tag und Nacht damit, alle mir bekannten Jobportale sekündlich zu aktualisieren, um bei passendem Angebot der erste zu sein), viel Frust und noch mehr Absagen ergatterte ich dann einen Platz auf einem Working Hostel. Als Pflücker von Orangen. In South Australia. 1800 km entfernt von Brisbane.
Kein Problem, dachte ich mir, und kalkulierte zwei Tage Fahrt für diesen Katzensprung.
Die letzten Tage vor meiner Abreise verabschiedeten sich auch Jesse, Andrea und Marvin, was zum einen wirklich traurig war, uns auf der anderen Seite aber ermutigte, es noch mal richtig krachen zu lassen. Was so cool war, dass es eigentlich nochmal trauriger wurde, ein Teufelskreis.
Aber man soll ja gehen, solange es am schönsten ist. Nach rührenden Abschiedsszenen (wir sehen uns wieder, Freunde!) ging es dann los für mich.
1800 km mitten durch Australien, karge Landschaften extreme Temperaturen, ergreifende Sonnenuntergänge, stoische Unberührtheit und ewige Einsamkeit.
Ich splittete meine Reise in einmal 600 km am ersten Tag und in die restlichen 1200 km am zweiten.
Was mich eigentlich erwartet, wusste ich nicht. Vielleicht besser.

Es ist erstaunlich, wie schnell man die Zivilisation und das geregelte, geschäftige Leben einer Großstadt wie Brisbane verlassen kann, wenn man gen Landesinneren fährt.
Aus der dreispurigen Autobahn wird ganz schnell eine einspurige, sich nicht immer in gutem Zustand befindende Landstraße.
Die Landschaft war in meinen ersten Stunden noch vergleichbar grün, anfangs fuhr ich noch durch Wälder, wurde aber zunehmend karger.
Ein wirklich typisches australisches Phänomen, was ich kennen gelernt habe, ist das unvorhersehbare Wetter sowie blitzschnelle Wetterumstürze.
Von knülleheiß und geradezu unrealistisch perfekt blauem Himmel zu Weltuntergang in einem Wimpernschlag. Eine Stunde Fahrt mit geschätzten drei Meter Sicht, abgenutzten Reifen, schlechten Straßen und tonnenschweren Road Trucks im Rücken. Detailliertere Beschreibungen aufgrund besorgter, mitlesender Eltern nur auf spezielle Anfrage zu erhalten.
Minuten später war alles vorbei und der Angstschweiß verwandelte sich in ehrlichen, hitzebekämpfenden Schweiß unter urblauem Himmel.
Wenn ich die vorangegangenen Zeilen, bin ich nicht zufrieden. Das beschreibt nicht ansatzweise das, was ich alles erlebt, gesehen, gespürt und gedacht habe. Aber das geht wohl nicht. Das muss man selbst sehen. Manchmal reichten nur die kleinsten Details, von denen man als Großstadt Europäer nicht mal träumen konnte, um mich in den Bann zu nehmen. Australiens Landschaften außerhalb der Städte üben eine gewaltige Faszination aus.
Einmal fuhr ich direkt neben einem riesigen See, aus dem überall tote, graue, abgeschliffene Baumstämme ragten. Ein unfassbarer Anblick.
Ein anderes mal überquerte ich eine ansehnlich hohe Bergkette, von deren Spitze sich mir ein unsterblicher Ausblick offenbarte.
Dann war da ein Nationalpark, für den das Wort gigantisch eine Beleidigung ist. Stundenlang Wald, Wald, Wald. Klingt langweilig, war aber sensationell. Mir gehen langsam die Superlative aus, von daher weiter im Text..
Vorab hatte ich mir auf der Karte ein Dorf rausgesucht, was nicht nur aus Tankstelle und Kneipe bestand, um dort zu nächtigen. Leider war es doch kleiner als gedacht, ein Hostel gab es nicht. Weiterfahren konnte ich auch nicht, da das Licht des Autos aus unergründlichen Gründen nicht funktionieren wollte und es bereits dunkel war (nur Standlicht oder Fernlicht). Hunger hatte ich auch gewaltigen, da ich aus Zeitgründen nur Pausen zum Tanken eingelegt habe. Gewieft stellte ich mich auf den McDonald's Parkplatz, konnte dort was essen und zudem das freie WLAN abstauben. Geschlafen habe ich dann im Auto, was komfortabler war als gedacht.
Mein Problem für den nächsten Tag war nun, dass ich noch 1200 km vor mir hatte, aber nur etwa 12 Stunden Zeit, da ich aufgrund meines Lichtproblems nur im Hellen fahren konnte. Ein ambitioniertes Projekt, aber schaffbar.
Mit den ersten Sonnenstrahlen lenkte ich Suzie zurück auf den Asphalt, sprintete später kurz in einen Supermarkt, um leicht zu essende Verpflegung beim Fahren sowie Energy Drinks zu kaufen und ab das Ding.
Erneut: Faszination Australien, Faszination Outback. Dort war ich mittlerweile wirklich angelangt. Karge Landschaften, teilweise 200 km pure Straße geradeaus, ohne einen Ort, ohne ein anderes Auto, ohne alles. Dazu bestes Wetter, ich war euphorisiert und fuhr und fuhr und fuhr. Kurzer Blick auf Google Maps nach insgesamt 10 Stunden Fahrt. Ich hatte damit gerechnet ewig weit gekommen zu sein. Meine Position war jedoch immer noch lächerlich weit weg von Adelaide und nah an Brisbane. Wow, Australien ist wirklich groß, das wusste ich jetzt.

Die wichtigsten Utensilien und Einstellungen, um eine solch lange Reise in zwei Tagen und ohne Pausen erfolgreich bestreiten zu können:

- ganz viel Musik, für alle Stimmungen; 20 h Party- und Schlagermusik ist nicht ratsam, denn egal wie euphorisch du los fährst, nach sechs oder sieben Stunden kommt irgendwann eine Durchhängerphase, auf die man geschickt reagieren können muss
- eine starke Stimme, damit man auch am zweiten Tag noch mitsingen kann
- die richtige Verpflegung, die zudem handlich ist (special tipp: Obst)
- Energy Drinks (allerdings nicht zu viel, sonst muss man unnötige Toiletten Pausen einlegen)
- präzise und praxisorientierte Planung (z.B. Abstimmung von Blase und Tank)
- Aufgabe jeglicher Selbstachtung
- Wille

Aber wenn so eine Reise glatt laufen würde, wäre das ja ziemlich langweilig, und man sollte immer mit Komplikationen rechnen. In meinem Fall entschied sich das Schicksal jedoch für eine Mischung aus Thriller, Drama und Komödie, und ich mittendrin.

The Human -  An unexpected journey

Ausgangslage: attraktiver, junger Mann macht eine lange Autoreise

Wichtige Akteure: attraktiver, junger Mann, Auto, Mechaniker, verschiedene waschechte Aussies, Polizist, Busfahrer

Handlungsübersicht: etwa acht Stunden nach Fahrtantritt am zweiten Tag macht das Auto Probleme, der attraktive junge Mann kann das Auto in den nächsten Ort retten, der Mechaniker dort repariert es (hier hätte das Drama enden können, aber nein, nicht heute), wenige Kilometer später macht das Auto erneut Probleme und das worst case scenario tritt ein: Autopanne alleine im Outback, im Auto um die 55 Grad, draußen Fliegeninvasion, kaum noch Wasser.
Mithilfe einiger Australier schafft der attraktive, junge Mann es zum nächsten und sogar zum übernächsten Ort, lässt dort sein Auto zurück und nimmt den Bus, mit dem er es gerade so pünktlich schafft, am Zielort anzukommen

Kritik: beeindruckende Bilder, sehr gute Schauspieler, lahme und vorhersehbare Story sowie teilweise zermürbend lange Szenen ohne große Handlung wie z.B. die ersten acht Stunden Autofahrt

So gesamt gesehen kann man das ganze als ziemliches Pech und große Scheiße bezeichnen, wenn man möchte, was ich natürlich auch getan habe, als dort im Nirgendwo war und sekündlich mehr Wasser verloren habe, als ich in zehn Minuten trinken kann und mein Wasservorat sich dem Ende zu neigte. Zudem habe ich viel, viel, viel Geld verloren. Dennoch, jetzt so im Nachhinein, war es eine großartige Erfahrung.
Ich habe Menschen kennen gelernt, die ich sonst nie getroffen hätte. Ich habe am eigenen Leib erfahren dürfen, warum die Australier auf der ganzen Welt als so freundlich gelten.
Jedes Auto, was vorbeifuhr, hat anaufgefordert angehalten, sich rührend nach meinem Wohlbefinden erkundet und mich mit Essen und - Gott sei Dank! - eiskaltem Wasser versorgt.
Eine Truppe von vier Frauen hielt mit quietschenden Reifen direkt neben mir, sprang aus dem Auto, sprintete zielsicher an die Motorhaube und werkelte darin rum, während ich noch zu realisieren versuchte, was hier gerade abgeht. Mit der freundlichen Hilfe dieser reizenden Damen schaffte ich es dann in den nächsten "Ort" (Pub, Kleines Hotel, das wars).
Der Pub war spärlich besetzt, vielleicht fünf oder sechs Männer und Frauen verschiedenen Alters saßen an einer steinalten Holztheke und spülten sich so cool eiskaltes Bier die staubtrockenen Kehlen hinunter, dass ich mehrere Momente brauchte, bis ich mir sicher war, wo und in welchem Jahrhundert ich war.
Etwas unsicher schilderte ich mein Problem. Erneut zweifelte ich ja an der Realität und wähnte mich in einem starken, alten Westernstreifen, als mich die Herrschaften herzlich anlachten und mir in urtypischer 'no worries, boy' erstmal ein kaltes Bier vorsetzten. Was es denn koste? Nichts. Natürlich. Toller Film.
Auch das zweite Bier ließ nicht lange auf sich warten, während draußen -  selbstverständlich - an meiner Karre rumgeschraubt wurde.
Ich musste mir langsam überlegen, wie ich morgen etwa 800 km weiter bei meiner Arbeit sein sollte, denn die ersten Vermutungen, dass Auto wäre Schrott, wurden langsam zur Gewissheit. An dieser Stelle vielen Dank an Johanna und ihre Gasteltern, die, per Telefonkonferenz, nach einer Verbindung für mich suchten. Nicht so einfach wie in Deutschland, einen öffentlichen Nah-oder Fernverkehr gibt es nicht.
Die einzige Möglichkeit befand sich 50 km entfernt, ein etwas größeres Dorf, von wo aus ich einen Bus nach Adelaide hätte nehmen können, dort eine Nacht pennen müssen und dann von dort aus nochmal einen Bus nach Waikerie. Umständlich und einen Tag zu spät, aber immerhin.
Prima, muss ich nur noch diesen Ort erreichen, von wo der Bus abfährt. Nur wie? Aber es wäre nicht Australien, wenn wenn ich nicht den erstbesten Typen auf dem Parkplatz angesprochen hätte, der mir erzählte, er müsse zwar nicht dorthin, könne mich aber aber am nächsten Morgen gerne dorthin fahren. Problem gelöst, dachte ich. Jedoch würde der Bus schon um fünf Uhr früh abfahren.
Aber auch kein Problem, die Aussies im Pub versicherten mir, dass ich diesen Ort sicher erreichen könne, wenn ich genug Wasser dabei hätte und statteten mich mit einem 20 Liter Kanister Wasser aus. Ich war immer noch ziemlich überrascht ob dieser wie selbstverständlichen Freundlichkeit. Ich blieb noch ein bisschen, wir unterhielten uns in großer Runde, dann wurde ich in noch größeren Stile verabschiedet und machte mich auf meine mittlerweile nächtliche Reise (es war schon fortgeschrittene Nacht, sodass es kein Problem war, dass ich nur mit Fernlicht fuhr, weil niemand mehr unterwegs war).
Ich brauchte weit eine Stunde für die 50 km, zum einen konnte ich nur sehr langsam fahren, zum anderen musste ich einmal anhalten und Wasser nachfüllen.
Im Ort dann parkte ich das Auto bei der Polizei, musste meine Sachen wieder auf ein zu Fuß tragbares Maß reduzieren, schlief drei Stunden und nahm den Bus. Auch die Busfahrt lieferte mir noch einen weiteren Beweis dafür, was Australier ausmacht. Auch wenn Waikerie nicht auf der Halteliste stand, konnte ich den Busfahrer nach kurzem Gespräch dazu bringen, doch eben dort zu halten und mich rauszulassen.
Da stand ich später dann, ungläubig darüber, was passiert ist, im positiven wie negativen Sinne und einfach froh, endlich da zu sein.

Achja, man füge folgende zwei Punkte meiner Liste hinzu:

- Wasser, Wasser, Wasser
- ein funktionierendes Auto

Seit zwei Wochen bin ich jetzt hier in Waikerie, die anfängliche Skepsis ist abgelegt und ich fühle mich sehr wohl hier.
Wir leben auf einem großen Hausboot (supergeil!) auf dem Fluß Murray. Die Gegend hier heißt Riverland, vermutlich aufgrund der vielen Flüsse hier. Kaum Menschen, viele Flüsse, unberührte Natur, wunderschön.
Der Job an sich ist sehr einfach: Orangen pflücken.
Wir arbeiten von Sonntag bis Donnerstag (keine Ahnung, warum), ungefähr von 7 Uhr bis 2 Uhr mittags. Die Arbeit an sich ist relativ hart, aber in Ordnung. Wirklich reich wird man hier allerdings nicht, deswegen halte ich es mir offen, vor Ablauf der drei Monate zu gehen. Allerdings ist das soziale Umfeld hier fantastisch, sodass ich immer mehr dazu tendiere, einfach erst einmal zu bleiben, mal schauen :-)

Keine Ahnung, ob jemand das alles hier lesen wird, ist bisschen ausgeufert. Dennoch, viel Spaß!

Bis dann (vielleicht sogar nicht erst wieder in einem Monat),
Miguel

image

07März
2014

Sonntag ist der neue Samstag

Hallo, liebe Leser und Leserinnen, 

ich verzweifle weiterhin ob der beeindruckenden Nicht-Fähigkeiten meines Tablets, schaffe es nun aber immerhin meinen ausführlichen Schriften ein Foto pro Blogeintrag hinzuzufügen. Ich musste ein wenig überlegen, welches Foto ich nun auswähle, habe ich doch nur eine Chance, euch ein wenig die Fantasie und Vorstellung zu nehmen und durch bebilderte Realität zu ersetzen. Ich entschied mich gegen sonnendurchflutete Bilder von Swimmingpools und mir, gegen gesellige Erinnerungen von schmackhaften BBQs am Flußufer, gegen atemberaubende Bilder der Skyline bei Sonnenuntergang sowie bei Nacht, die ich bei abend- und nächtlichen Heimwegen auf meiner Speicherkarte verewigte sowie gegen weitere stimmungsvolle Fotos des Festivals, auf denen ich die Elektrizität und die Magie einzufangen versuchte (letztendlich ist es natürlich nicht gelungen). Dennoch gibt zu sehendes Foto vielleicht ansatzweise wieder, wie es ist und war. Wie es ist, sich in einem gigantischen Mob von weit über 20.000 Menschen zu befinden, vor einer gigantischen Bühne, mit fantastischen Lichteffekten (die mit einer Handykamera nicht einzufangen sind), wenn absolute internationale Größen auflegen, wenn das unruhige Warten beginnt, der Song startet, auf den bassbetonten Höhepunkt zugeht, und - Zack! - die Menge ungebremst ausrastet und du für kurze Zeit quasi alles um dich herum vergisst und auf einer Welle der Euphorie und Musik getragen wirst. Das war mein erstes Festival, aber das alles war nicht neu für mich. Vorangegangene Sätze könnten genauso beschreiben, was auf etlichen Public Viewing Schauplätzen alle zwei Jahre vor sich geht, wenn Deutschland ein Tor erzielt. Natürlich bevorzuge ich letzteres Szenario. ;) 

Nun der Reihe nach. Freitag waren die Anderen und ich wie bereits berichtet arbeiten, um an die Freikarten für das Festival zu kommen. Wirklich anstrengend war das glücklicherweise nicht. Am Freitag fand das Good Life Festival statt, quasi eine entalkoholisierte U18-Version des am nächsten Tag folgenden Future Music Festivals und wir Volunteers waren bloß vier Stunden lang dafür zuständig, den ankommenden Jungspunden die obligatorischen Festival-Armbänder anzulegen. Obwohl es den Besuchern freigestellt war, über ihren Kleidungsstil selbst zu entscheiden, herrscht anscheinend ein ungeschriebener Festival-Dresscode für Australier unter achtzehn Jahren: lange Haare und cooles Surfer Outfit für die Kerle und Ich-versuche-wie-die-allergrößte-Nutte-auszusehen für die jungen Damen. 

Direkt zu Beginn wurden wir aufgeteilt in Armband-Anleger für den normalen Eingang und Armband-Anleger für den VIP Bereich. Meine - unbestätigte - Theorie ist, dass nach Attraktivität der Volunteers ausgewählt wurde, sodass ich mich selbstverständlich im VIP Bereich wiederfand. Die neidischen Blicke der anderen (wenn sie den überhaupt Zeit dafür hatten, der Andrang war riesig) waren uns gewiss und wir registrieren sie wohlwollend in unseren ausgedehnten Trink- und Snackpausen, die uns der überschaubare Andrang im VIP Bereich gewährte.

Nach getaner 'Arbeit' bekamen wir unser Ticket für den nächsten Tag ausgehändigt und da Marvin, der Franzose, und ich zu geizig waren, den Bus zurück zum Hostel zu nehmen, entschieden wir uns glücklicherweise zum Laufen. Nach einer guten Stunde erreichten wir die Brücke, die ich in einem früheren Beitrag aus der Distanz fotografiert hatte, als wir in dem bayerischen Restaurant waren. Sie bot einen fantastischen Blick auf die Skyline, zudem war gerade Sonnenuntergang, sodass wir beim mehr als zehnminütigem Überqueren der Brücke gebannt den Ausblick genossen und gemeinsam versuchten, ein englisches Wort für die ansehnlichen Lichtspiele und -reflexionen zu finden, die die beglasten Wolkenkratzer und der tieforange Sonnenuntergang uns präsentierten. Gefunden haben wir natürlich keins. 

Am nächsten Tag dann das Festival. Spätester Einlass für uns Volunteers war 15 Uhr. Natürlich ist allgemein bekannt, dass man vor einem Festival ein Bier trinken muss. Aufgrund des frühen Beginn des Festivals mussten wir eben noch früher damit beginnen, unser eines Bier zu trinken. Da es im Hostel verboten ist, sein eigenes Bier zu trinken, schmuggelten wir es unter höchster Geheimhaltung auf das Zimmer der Mädels, ich holte meine kleine Music Box (deren Mitnahme sich nach und nach immer mehr auszahlt!) und so veranstalteten wir um 11 Uhr morgens unser eigenes kleines Pre Festival. Das zog sich dann aus unerklärlichen Gründen länger hin als geplant, sodass wir viel zu spät loszogen. Ein Plan, wie wir ans andere Ende der Stadt kommen, hatte auch keiner mehr parat. Grober Abriss, wie ich es doch rechtzeitig schaffte: ich verlor die große Gruppe irgendwo (warum und unter welchen Umständen.. weiß ich nicht), wir waren nur noch zu dritt, ich gewann irgendeine belanglose Wette gegen ein französisches Mädchen, daraufhin kabbelten wir uns deswegen (nur zum Spaß, möchte ich betonen), zwei übermotivierte nette Polizisten wollten mitmachen, wir verloren noch mehr Zeit, die anderen beiden nahmen den falschen Weg (verrückt, was ein Bier so für Auswirkungen hat), ich war alleine, wollte die kostenlose Fähre nehmen, die war voll, ich rannte um mein Leben, da es schon kurz vor drei war, fand ein Taxi, und kam Sekunden vor Kassenschluss an.

Die folgenden sieben Stunden waren dann einfach nur Musik, Musik, Musik. Großes Highlight: Phoenix. 

Zurück ging ich den gleichen Weg wie Tags zuvor, einerseits wollte ich kein Geld für den Bus bezahlen, andererseits offenbarte sich mir Brisbane bei Nacht in seiner ganzen Pracht. 

Sonntag. Aus irgendeinem Grund ist Sonntag in jedem Schuppen den ganzen Tag Happy Hour, sodass alle Backpacker Brisbane's (wir, die ja kein normales Tages- und Zeitverständnis haben, da jeder Tag ein freier Tag ist) am Sonntag auf die Piste gehen. Die Truppe war mittlerweile erheblich gewachsen, da wir während des Festivals mindestens weitere 25489657 Leute getroffen haben. War sehr unterhaltsam. 

Der Rest der Woche ist schnell erzählt, entweder man hängt in der Bibliothek und sucht nach Jobs oder man hängt bei schmelzend heißer Sonne am Pool (erneut macht sich die Mitnahme der Music Box bezahlt!) und lamentiert mit den anderen, wie frustrierend sich die Jobsuche gestaltet. Im Laufe der letzten und der nächsten Tage hat und wird sich die Gruppe nach und nach auflösen, ich bin Montag dran, dann geht's auf zur Gold Coast, die Karre wird gekauft und dann vermutlich die Ostküste hoch in der Hoffnung auf einen Farm oder Fruit Picking Job. Die Erntesaison startet die Tage, also die Chancen sind gut. Hoffe ich. 

Nächsten Eintrag kann ich hoffentlich darüber meckern, wie scheiße die Arbeit ist. Cheers, 

Miguel 

27Februar
2014

Weicher Alltag

Hey, 

mal wieder ich. Zu allererst, ohne Laptop, aber mit Tablet, das Ausland aufzusuchen, ist möglich, aber nicht unbedingt ratsam. Im Endeffekt nimmt ein kleiner Laptop nicht viel mehr Platz als ein normalgroßes 10 Zoller Tablet, ist allerdings deutlich flexibler und angenehmer einzusetzen. Mein Eindruck bei der täglichen Jobsuche im Netz oder beim Aktualisieren dieses Blogs, der heute ohne hübsch anzusehende Fotos ist, da nicht Tablet-kompatibel in Sachen Fotos. Lektion gelernt!

Seit 16 Tagen verweile ich nun hier in Australien. Joblos bin ich immer noch, da sich aus meinem erhofften Engagement als Bäume Pflanzer nachwievor nichts ergeben hat. Natürlich schaue ich fleißig nach Alternativen, aber auch das ist nicht so leicht, wie vielleicht gehofft. Aber das Geld reicht noch, die Hoffnung auch, also ich bin weiterhin froher Dinge.

Bis zum Wochenende habe ich die Tage und Nächte mit den verbliebenen beiden Finnen verbracht, die ich weiterhin lieber als die beiden Finnen nenne, da wirklich niemand außerhalb von Finnland wissen kann, wie man diese Namen korrekt ausspricht geschweige denn schreibt. Leider sind sie Montag in der Frühe zu einem Farmjob ins Paradies Fraser Island aufgebrochen. Ich würde gerne einige Fotos posten, geht aber nicht. Kann es aber nur empfehlen, einfach mal nach Fraser Island zu googlen. Der Südseehimmel auf Erden! 

Auf der einen Seite ist diese hohe Fluktuation von täglich Abreisenden traurig (wenn es sich wie in diesem Fall um wirklich anständige Mitmenschen gehandelt hat, sonst natürlich nicht), auf der anderen Seite kommen ja auch täglich genauso viele neue, oft auch interessante Menschen hier an, was das abendliche Abhängen im Hostel-(Bier)garten zu einer geselligen und angenehmen Sache werden lässt. Die meisten, die das hier lesen, sollten mich kennen und wissen daher um meine oftmals introvertierte Art und Weise, die es mir nicht immer leicht macht und gemacht hat, mit den anderen Backpackern in Kontakt zu treten, aber euch sei gesagt, ich habe hervorragend Anschluss gefunden! Mittlerweile sind wir ein großer, in der Anzahl nicht klar definierbaren Haufen junger Erwachsener im relativ gleichen Alter (mit meinen achtzehn Jahren gehöre ich zu den ganz jungen, viele sind schon über zwanzig, fünfundzwanzig; wahrscheinlich beginnt die Invasion der U20 im Juni nach dem Abitur in Deutschland) und aus jeder Ecke Europas, die mal in kleinen Grüppchen, mal in der Gesamtheit, am Tag gen Stadt oder Strand marschieren und ab Einbruch der Dunkelheit zusammen die Krüge heben. Manchmal sieht man auch den ganzen Nachmittag bis tief in die Nacht hinein gehetzt wirkende Schatten um die Tischtennisplatte wanken, getrieben von Ehrgeiz und Ehre, die Rüstungen getränkt von Scheiß, ohne Rücksicht auf die Gefallenen, auf der Jagd nach dem großen Ruhm, von nichts aufzuhalten.. 

Einige haben mich jetzt bereits gefragt oder die Vermutung geäußert, es könnte Schwierigkeiten mit der Kommunikation in Hinblick auf meine schulische Golddisziplin Englisch geben, dazu sei schnell entlastend gesagt: No! Es läuft überraschend gut, man findet sich tatsächlich sehr schnell hinein (wahrscheinlich auch begünstigt durch meinen sparsamen Kontakt mit anderen Deutschen) und legt die Rolle des stillen Zuhörers auch schnell ab und wirft sich rein ins Becken der Englisch Plappernden. Gut so, finde ich! 

Kurzfristig hat sich über Marvin, einem Franzosen aus der Truppe, ergeben, dass, wer möchte, wir morgen den ganzen Tag arbeiten können und als Entlohnung Freikarten für das durchaus gut besetzte Music Festival 'Future Music Festival' erhalten (im Freien Verkauf beginnen die Preise bei 175$). Zwar kein Geld, aber fast noch besser! Immerhin sind internationale Größen wie Macklemore, Deadmau5, Martin Garrix, Hardwell oder Phoenix, auf die ich mich besonders freue, dabei. Wird auf alle Fälle ein großer Gaudi, mit den ganzen Leuten am Samstag dahin zu gehen. Freue mich, und werde berichten! 

Muss dann jetzt auch ins Bett, denn die Arbeit beginnt recht früh. Man wird von mir hören, bye bye! :) 

19Februar
2014

Woche

Seid gegruesst!

Meine erste Woche hier in Brisbane und Australien ging dann doch recht flott vorbei, einiges ist passiert, einiges leider nicht. Genau genommen ist es bereits mein achter Tag seit meiner Ankunft Dienstag frueh letzte Woche.

 

Der Flug war ereignis- und reibungslos, dafuer aber auch nicht besonders angenehem, da man als Mensch, der die anscheinend vorherrschende Durchschnittsgroesse von 1,25m ueberschreitet, nicht sonderlich viel Platz hat. Ueber Dubai und Perth kam ich dann Dienstag um fuenf Uhr frueh in Brisbane an und wurde sogleich von aeusserst angenehmen Temperaturen empfangen. Ob der Herrgottsfruehe beschloss ich, dass es zum Einchecken in meinem Hostel wohl noch viel zu frueh sei und ich besser ein wenig Zeit totschlagen sollte mit Fruehstuecken und so. Also ab in den Zug und in Richtung City!

Da irgendwer, ich weiss nicht mehr wer (vielleicht Johanna) mir waermstens empfohlen hat an der Station South Bank auszusteigen, tat ich dem Geheiss und war auf einmal nicht da, wo ich eigentlich hin wollte. Dramatisch war das nicht, denn so fand ich ausversehen den kuenstlich angelegten Strand von Brisbane (Brisbane liegt nicht am Meer, also hilft man sich eben so).

Strand

Leider ist es mir nicht moeglich das Bild zu drehen, aber egal. Entschuldigt die Qualitaet (Mama), aber es ist nur ein Schnappschuss mit dem Handy. Da es so frueh war, hatte ich die ganze Promenade fuer mich allein, das hatte etwas erhabenes, und schoen war es sowieso. Die Atmosphaere eines Morgens ist fast unschlagbar, finde ich, und ich wuerde sie sicherlich oefter geniessen, wenn es nicht mit dem laestigen fruehen Aufstehen verbunden waere.

Als ich dann meinen Weg ueber die Bruecke in die City gefunden habe, fand ich auch sogleich eine angenehme allzeitgeoeffnete (Sport)Bar, in der ich fuer viel zu viel Geld fruehstuecken und ein wenig Fussball gucken konnte. Wenn ich morgen frueh rechtzeitig aus dem Bett komme, werde ich da Champions League gucken. Um 06.30 Uhr in der Frueh! Überrascht

Danach noch schnell die Handykarte geholt und ab ins Hostel, ich war langsam auch etwas muede (mit wievielen Umlauten man schreibt, merkt man erst, wenn man sie immer wieder umstaendlich umschreiben muss!!!).

Weil die Zeit hier am Computer in der Library begrenzt ist, muss ich mich jetzt etwas kuerzer fassen.

Das Hostel ist tippedetop, mein Zimmer eigentlich auch, allerdings war die Klimaanlage bis heute defekt, was uns einige unertraeglich heisse Naechte eingebracht hat. Aus Erzaehlungen meiner lieben, amerikanischen Mitbewohnerin ist dies allerdings gang und gebe an der gesamten Ostkueste, von daher kann ich mich ja schon mal daran gewoehnen.

Mit meinen anderen roommates, zwei Finnen, ein Daene und ein Italiener, verstand ich mich ausgesprochen gut, sodass ich mit denen meine ersten Tage hier verbracht habe. Unter anderem waren wir im wahrlich schoenen botanischen Garten, der auch ansBaum

Wasser angrenzt. Wir suchten bei den vielen Booten nach dem coolsten Namen und einigten uns schnell auf das Boot 'Zeitgeist'. Natuerlich war ich nun angehalten, Zeitgeist auf englisch zu erklaeren, jedoch scheiterte ich klaeglich.

Irgendwann in der Woche hat Jojo mir meine white card gemacht, allerdings ist es jetzt bereits die zweite Woche, in der ich meinen angestrebten Job als Baueme Pflanzer nicht antreten kann, da es nicht genuegend Arbeit gibt. Von daher habe ich mich natuerlich auch mal anderweitig umgeschaut, aber nichts gefunden, das ist ein wenig frustrierend. Wenn das naechste Woche wieder nichts wird, ziehe ich vielleicht weiter und mache irgendwo fruit picking, vielleicht Byron Bay, vielleicht Richtung Cairns.

Gestern war ich mit der Amerikanerin und einem anderen Amerikaner, der mitterweile angereist ist, in dem bayrischen Lokal 'Bavarian Beer Cafe'. Ich war ungemein froh darueber, wieder richtiges Bier trinken zu koennen, australisches Bier rangiert am Rande der Ungeniessbarkeit. Ueber die Preise in dem Lokal und in Australien verliere ich lieber kein Wort..

Den Rueckweg bestritten wir mit der kostenlosen CityHopper-Faehre, die gerade nachts einen durchaus ansehlichen Charm versprueht.

So, die Zeit drueckt arg.. Ich melde mich!

Miguel

09Februar
2014

Let's go!

So, los geht's! Flieger sollte ursprünglich in 7 min starten, hat aber 30 min Verspätung. Nicht schlimm. Bin etwas aufgeregt. Bis dahin! :) 

 

29Januar
2014

Déjà-vu

Ihr werdet von mir hören.

Damit beschloss ich meinen letzten Eintrag, der mittlerweile auch gute 180 Tage her sein sollte.. Ein Mann, ein Wort, nun ist es wieder so weit!
Viel ist seit jeher passiert, viel darauf eingehen möchte ich nicht. Diejenigen, die die das hier lesen, werden schon wissen, was so alles abgegangen ist.
Auf jeden Fall ist es nun wieder mal fast so weit, der Abflugtermin sprintet in rasender Geschwindigkeit auf mich und mein Leben zu und reißt mich dieses mal hoffentlich mit, letztes mal bin ich ja in letzter Sekunde noch (un)geschickt ausgewichen.

In elf Tagen hebt mein Flieger in Frankfurt ab, über Dubai und Perth soll ich dann in 13 Tagen im beschaulichen Brisbane landen. Besser vorbereitet als letztes mal sehe ich mich eigentlich nicht, wenigstens habe ich meinen ganzen Kram schon beisammen. Vermutlich kann man sich gar nicht auf so ein Abenteuer dieses Ausmaßes vorbereitet fühlen.

'Offiziell' Abschied genommen habe ich mit einer (erneut) rasanten Abschiedsfeier, die gut vierstündigen Aufräumarbeiten am nächsten Tag sollten das ausreichend belegen. Nochmals danke an alle, die da waren und mir (erneut) einen wundervollen Abschied bereitet haben. Der Abschied wird mir auch dieses mal sehr schwer fallen, aber ich denke, ich werde es schaffen Zwinkernd

Die restliche, verbleibende Zeit will ich nun in Ruhe ausklingen lassen, nochmal ein bisschen Zeit mit dem ein oder anderen verbringen, SuperBowl gucken und dann geht es ja quasi auch schon los.

Ihr werdet von mir hören,

Miguel

 

28Juli
2013

Vor-Beginn einer Reise

Abend!
Dies ist er also, mein erster Eintrag in mein virtuelles Tagebuch, das ja irgendwie doch keines ist, da es nunmal nicht nur für mich ist, sondern auch für Euch. Ich hoffe, dass ich euch Zurückgebliebenen in Deutschland oder sonst wo in der Welt hiermit gut unterhalten, informieren und anschauliche Eindrücke geben kann.

Noch sind es ja genau 30 Tage, bis meine Boeing 777-300 am 27. August um 11:15 Uhr von Frankfurt aus gen Abenteuer und Freiheit entschwebt. Aber 'noch' ist sicherlich gut gesagt, denn ehe man sich versieht, steht besagter 27. August vor der Tür. Und eigentlich brauche ich ja auch jeden der dreißig Tage, denn meine Planung ist alles andere als abgeschlossen. Sollte ich das Ganze reibungslos über die Bühne bekommen, muss ich ein Handbuch für die Planung von Work & Travel-Reisen nach Australien schreiben, denn das Eine gute Buch oder den Einen guten Blog im Netz gibt es nicht. Und mit meiner faulen Bedächtgkeit können sich vielleicht auch mehr Leute identifizieren und zu Recht kommen als mit den zig Einträgen im Netz, die verraten wollen, wie man Flug, Visum, Hostel, Auto, Geld und die nötige Lässigkeit in siebzehn Sekunden erhält.

Zu meiner Planung: Visum habe ich natürlich, Flug seit ein paar Tagen auch endlich, Kreditkarte ist beantragt und beglaubigt, Kamera ist gekauft (danke, Mama!), Backpackergesellschaft-Mitgliedschaft ist auch abgehakt und der (internationale) Führerschein steckt im Portemonnaie.
Die Ausrüstung wie Rucksack und Schuhe will ich kommende Woche einkaufen gehen, genauso wie ich die Reiseversicherung abschließen will. Damit wären die wichtigsten Punkte erledigt, der Rest ist Kleinkram. Hoffe ich.

Schon verrückt, dass es bald tatsächlich schon so weit sein soll. Zu der Vorfreude und Aufregung mischen sich jetzt aber auch bisher unbekannte Gefühle dazu. Wie immer, wenn man einen großen, neuen Schritt geht, muss man auch Altes und Anderes hinter sich lassen. Ich werde geliebte und geschätzte Menschen zwölf lange Monate nicht sehen, da schwingt schon jetzt Trennungsschmerz und Unbehagen mit. Und es mischen sich allerhand andere Ängste bei, dass man mit Sprache oder Menschen nicht klarkommt, keinen Job findet und pleite geht, alleine sein wird..
Aber Gedanken dieser Art erlebt wohl jeder, der sich auf so eine Reise macht. Und selbstverständlich gibt es auch zahllose Dinge, auf die ich mich schon riesig freue.


Momentan bin ich dabei, mich mit ausreichend Reise-Musik einzudecken, die ich mit Bildern ausfüllen kann, während ich malerische, ins tiefrote Licht der Abendsonne getauchte Landstriche durchquere oder nachts in unbewohnten Gegenden einen umwerfend hellen Sternenhimmel bestaune. Unten stehendes Lied finde ich sehr schön.

 

So, das war mein erster, kurzer Eintrag, dreißig Tage vor Beginn.
Ihr werdet von mir hören..

Miguel